1968 und heute

Fünfzig Jahre ist es her nächstes Jahr, dass 1968 war. Aber was war 1968? Und was bedeutet das für heute?

Susanne Schüssler vom WAGENBACH Verlag lud 14 Autor*innen ein, sich darüber Gedanken zu machen. Das Ergebnis ist das Buch „Wetterbericht – 68 und die Krise der Demokratie“.

Ich freue mich, dass ich einen Text für dieses feine Buch schreiben durfte.

Er fängt so an:

Quo vadis, Feminists?

Feminismus hat mein Leben verändert. Nicht nur im übertragenen Sinne. Das auch. Zunächst beschehrte der Feminismus mir jedoch meinen glänzenden Deutschen Pass. Na ja, meinen nicht mehr ganz so glänzenden Pass, weil ich ihn ständig mit mir herumtrage, um zu beweisen, dass ich wirklich ich bin.

Hier soll es nun um die Deutsche Frauenbewegung vom Tomatenwurf bis heute gehen und um die Frage, ob genügend Tomaten geflogen sind und wir heute Ketchup für alle haben. Aus diesem Grund, wäre dieser Text nahezu nicht zustande gekommen. Wer bin ich, um mir das anzumaßen?

Zum Glück habe ich meinen Pass, um diese Frage zu beantworten: Ich bin Deutsche. Weil die Frauenbewegung für das Recht meiner Mutter gekämpft hat, mir ihre Staatsangehörigkeit zu geben. Tatsächlich hat meine Mutter als Teil der Initiative der mit Ausländern verheirateten Frauen (IAF), als Teil der Deutschen Frauenbewegung dafür gekämpft. 1974 stimmte ihnen das Bundesverfassungsgericht zu, dass es mit dem Grundsatz der Gleichberechtigung unvereinbar ist, wenn die Staatsangehörigkeit nur über den Vater „vererbt“ wird. Am 1. Januar 1975 wurde das Reichs- und Staatsangehörigkeitsgesetz geändert und am 28. Januar wurde ich Deutsche. Das war ein Dienstag. …“

Mehr lesen könnt ihr hier:

https://www.wagenbach.de/buecher/demnaechst-erscheinen/titel/1115-wetterbericht.html