Arundhati Roy ist mit einem neuen Roman zurück

Eines der ersten Bücher, die ich jemals fürs Radio rezensiert habe, war „Der Gott der kleinen Dinge“ von Arundhati Roy. Ich war damals die erste, die bei dem Verlag um einem Interview angefragt hat. Und dann kam die Nachricht von dem Booker Preis und plötzlich interessierten sich wirklich alle für Arundhati Roy. Doch die tolle Pressefrau reservierte mir trotzdem meinen Interviewtermin, dadurch war ich die einzige komplett unbekannte Journalistin, die mit Arundhati Roy sprechen durfte. Und das war eher desillusionierend, da sie nur die selben Statements wiederholte, die ich bereits in der britischen Presse gelesen hatte. Wirklich erschrocken war ich, als sie zu mir sagte: Sie halten mich für sehr exotisch, aber ich will als Schriftstellerin ernst genommen werden. Und ich stand da und dachte: NEIN, das ist die weiße Presse, das bin ich nicht.

Über die Jahre habe sie noch ein paar mal interviewt. Als sie nicht mehr Fiktion geschrieben hat, sondern poltitische Essays und die Interviewer nicht mehr Schlange standen. Und da war ich wirklich positiv überrascht, weil sie da viel selbstironischer war und auch differenzierter. Ich bin ein großer Fan von Roys Essays unf fand den „Gott der kleinen Dinge“ im Rückblick deutlich schwächer. Deshalb war ich am Anfang ein wenig besorgt, als ich erfuhr, dass sie einen neuen Roman geschrieben hat. Aber ich muss sagen, das Buch hat mich einfach umgeworfen. Ich halte es für den wichtigsten Roman dieses Jahres, wenn nicht dieses Jahrzehnts

Hier könnt ihr meine Rezension für den Deutschlandfunk, Büchermarkt, als Buch der Woche nachhören und nachlesen: http://www.deutschlandfunk.de/neues-buch-von-arundhati-roy-in-graebern-leben-lernen.700.de.html?dram:article_id=393377