Warum gibt es ganze 13 Wallfahrtsorte für die heilige Vorhaut Jesu, aber keinen einzigen für das Hymen der Jungfrau Maria?

Vulva: Die Enthüllung des 'unsichtbaren Geschlechts'

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Mein Buch ist eine kleine Kulturgeschichte des Abendlandes - allerdings anhand der Darstellung des weiblichen Genitales in Alltag, Folklore, Medizin, Mythologie, Literatur und Kunst.

Wozu das?

Reicht es nicht, dass es Kulturgeschichten des Küssens oder der Teekanne gib? Welcher Erkenntnisgewinn soll durch die Vulva erzielt werden? 

Auf solche Einwände lässt sich erwidern, dass zwar jeder sein eigenes Konzept des Küssens oder der Teekanne haben mag, allerdings kaum jemand leugnen würde, dass es diese Phänomene gibt. In unserer Kultur wachsen Kinder jedoch in dem Glauben auf, dass Jungen ein „hervorragendes Symbol“ (Freud), also einen Penis, haben, während das Genitale von Mädchen „nur eine Abwesenheit liefert“ (Lacan). Das weibliche Geschlecht wird als Loch, als Leerstelle, als Fehlen von etwas beschrieben - was angesichts dieses hochkomplexen Organs schier unglaublich erscheint!  

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Tabu

Im Laufe meiner Recherchen bemerkte ich, dass es nicht nur ein Tabu gibt, über die Vulva zu sprechen oder sie darzustellen, sondern dass bereits die Tatsache, dass hier etwas tabuisiert wird, tabuisiert wird. Nahezu alle Bilder, die wir kennen, sind Produkte der Porno- oder Hygieneindustrie und nur die wenigsten davon sind wertschätzend, geschweige denn glorifizierend. Das war nicht immer so. In den meisten Mythologien gibt es Geschichten, in denen die Menschheit mindestens einmal durch die Präsentation der Vulva gerettet wird. Frauen konnten, indem sie ihre Röcke hoben, Tote erwecken und sogar den Teufel besiegen.  Das weibliche Genitale wurde nicht etwa übersehen, sondern mit gewaltiger Anstrengung zuerst diffamiert und daraufhin verleugnet, bis zu der irrigen und irren Auffassung, die Vulva sei nicht der Rede wert. 

Sprache

Das alte englische Wort „cunt“ etwa stellte die höchste Wertschätzung dar - heiliger Ort - und ist etymologisch eng mit „queen“, „kin“ und „country“ verwandt. Bezeichnenderweise ist „cunt“ heute das schlimmste Schimpfwort der englischen Sprache. Inzwischen ist das lateinische Wort „Vagina“ - oder auf Deutsch „Scheide“ - der am häufigsten gebrauchte nichtvulgäre Begriff. 

Vagina

Die Vagina ist jedoch ausschließlich die Körperöffnung, die die Vulva mit den inneren Geschlechtsorganen verbindet. Das führt durchaus zu Irritationen, wenn man in Aufklärungsbüchern so erhellende Beschreibungen liest wie: „Eine der ersten Veränderungen in der Pubertät ist, dass dem Mädchen Haare um die Vagina herum wachsen.“ Jedes pubertierende Mädchen, das das mit einem Spiegel nachprüfen wollte, würde sich wahrscheinlich für einen anatomischen Freak halten. 

Abgesehen davon, dass ein großer Teil des weiblichen Genitales mit einem Wort wie Vagina in der Sprache schlicht unsichtbar wird, hat es so auch keine eigenständige Bedeutung mehr, sondern ist tatsächlich nur ein Loch, in das der Mann sein Genitale stecken kann, oder um im Bild zu bleiben: eine Scheide für sein Schwert. Das ist keine tendenziöse Assoziation meinerseits, sondern der Grund, warum sich Anatomiker im späten 16ten und frühen 17ten Jahrhundert auf diesen Begriff geeinigt haben. 

psychische genitale Verstümmelung

Die Analytikerin Harriet Lerner fasst das mit den Worten zusammen: „Es ist richtig, dass wir die Klitoris und die Schamlippen nicht mehr entfernen, wie das in anderen Ländern und Kulturen die Regel bei zahllosen Mädchen und Frauen ist. Statt dessen machen wir das linguistisch. - psychische Genitalverstümmlung, wenn man so will. Die Sprache kann genauso machtvoll sein wie das Messer des Chirurgen. Das, wofür es keine Worte gibt, existiert nicht.“ 

Im Laufe meiner Recherchen fand ich Verweise auf das weibliche Genitale plötzlich überall in der Literatur und Kunst des Abendlandes, also der Form, wie sich unsere Kultur sich selbst erklärt und darstellt - schließlich ist nichts so präsent wie das, was ausgegrenzt wird. Und Frauen kämpfen und kämpften schon immer um die Macht, repräsentiert zu werden.

(hier ein paar Vulvastrickmuster einer entzückenden politischen Aktion)

 

Das Ziel

meines Buches war es also nicht in erster Linie, das weibliche Genitale zu zeigen, sondern es zurück zu erobern und um zu definieren.

 

Pressestimmen:

»Nicht weggucken, sondern die Vulva neu entdecken und sichtbar machen – dazu möchte Mithu Sanyal animieren. Unerwartete Einblicke gewährt Mithu Sanyal jeder Art von Lesern. Aus der Perspektive der Vulva schreibt sie die Kulturgeschichte des Abendlandes neu. Und ermöglicht so zugleich eine neue Sicht auf den Ursprung der Welt. Ein mutiges Aufklärungswerk.«
Florian Borchmeyer, ZDF aspekte

»Mithu Sanyal schlägt mit ihrer Dissertation auf anregende und unterhaltsame Weise eine Brücke von der akademischen Genderforschung zur populären Darstellung. (…) In Sanyals Kontext der vulvaweisenden Göttinnen gewinnen ihre wütenden, lustvollen und parodistischen Strategien der Zurschaustellung noch einmal an Wucht – und werfen doch die Frage auf, ob das einst Heilige heute über den Rahmen der Kunst hinaus überhaupt noch wirksam sein kann.«
Eva Behrendt, der Freitag

»Nicht zuletzt angesichts des Phallozentrismus, der sich über den Psychoanalytiker Jacques Lacan bis hinein in feministische Weltbilder fortsetzt, ist das Buch von Mithu M. Sanyal ein lobenswertes Unterfangen. Darüber hinaus ist es flüssig und frech geschrieben und reich bebildert.«
Ulrike Brunotte, Frankfurter Rundschau

»Sanyal hat eine Kulturgeschichte der Abwehr, Umdeutung und Aneignung verfasst, die keinen weiblichen Körper festschreiben will, sondern die Bilder von und das Sprechen über die Vulva sammelt und kommentiert.«
Kendra Eckhorst, an.schläge

»Sanyal holt in ihrem klugen Buch das Verborgene ans Licht. […] Dabei verliert Sanyal weder ihren Enthusiasmus noch ihren Humor. Ein Augenöffner.«
Elke Buhr, Monopol

»Nicht weggucken, „da unten“ ist was los! Mithu M. Sanyal leistet mit „Vulva“ ein Stück Pionierarbeit und hat mit ihrer Geschichte des weiblichen Geschlechts von frühgeschichtlichen Anfängen bis zu den Burlesque-Stars und den Riot-Grrrl-Bands unserer Tage die Kulturgeschichte des Abendlandes neu geschrieben. Sie ermöglicht uns eine neue, unverstellte Sicht auf diesen Ursprung der Welt.«
Egbert Hörmann, L-Mag

»Mithu M. Sanyal ist ausgewiesene Fachfrau in Kulturdingen. Sie hat in Kulturwissenschaften promoviert und jetzt ein Buch veröffentlicht, in dem sie der Frage nachgeht, wie in den vergangenen Jahrhunderten über das weibliche Genital gesprochen und geschrieben, wie es in Medizin, Literatur, Kunst und Alltag gesehen wurde. Und siehe da, diese „kleine Kulturgeschichte des Abendlandes“ enthüllt, was bis heute in unseren Alltag hineinreicht.«
Feminin & fit

»Die Kulturgeschichte der Vulva von den alten Griechen bis hin zu aktuellen Bands wie Bikini Kill ist jetzt in einem Buch nachzulesen, das prall ist von verblüffenden Informationen und zudem großen Spaß macht.«
Wera Reusch, Stadt Revue

»Für alle, die dem verschämten Gerede von „da unten“ ein „Viva la Vulva“ entgegenhalten wollen.«
Emotion

»Dass die abendländische Kultur das weibliche Geschlechtsorgan über Jahrhunderte verschwiegen und im wahrsten Sinne des Wortes im Dunkeln gehalten hat, dürfte weitgehend bekannt sein, Sanyal aber legt akribisch dar, welch beträchtlicher Aufwand dafür betrieben wurde.«
Tina Manske, Titel-Kulturmagazin

»Mithu M. Sanyal hat sicherlich einen wertvollen und ebenso provokativen Beitrag geleistet, auf den sich mit Sicherheit noch viele Generationen von „Piratinnen und Riot Grrrls“ beziehen werden. In diesem Sinne: Zerschlagt die Bilder und lebt Euer eigenes Leben!«
Jürgen Weber, buchkritik.at

»Die Kulturgeschichte der Vulva, die die Journalistin Mithu M. Sanyal vorgelegt hat, ist zunächst die Geschichte einer jahrtausendelangen Denunziation, Verdrängung und Verhüllung. Wie Sanyals ebenso instruktives wie frech und provokant geschriebenes Buch nachweist, wurde „der Kampf um die Definitionsgewalt über den weiblichen Körper vor allem am weiblichen Geschlechtsorgan ausgetragen.«
Oliver Pfohlmann, Neue Zürcher Zeitung

»Viele trauen sich erst gar nicht hinzusehen – ausgerechnet der sichtbare, äußere Teil des weiblichen Geschlechtorgans, die Vulva, bleibt oft im Dunkeln: ein geheimnisvoller Ort, Objekt der Phantasie. Die Kulturwissenschaftlerin Mithu M. Sanyal hat ein Buch über die Vulva geschrieben: Denn das Unwissen darüber ist erstaunlich. (…) „In Wirklichkeit reden wir in jeder Talkshow immer wieder über Sex. Aber wir reden nicht wertschätzend darüber. Ich glaube, wir müssen die Art, wie wir darüber reden, verändern.“, sagt Sanyal. Genau das schafft ihr Buch. Es ist klug, lehrreich und unterhaltsam.«
Ulrich Bassenge, Bayerischer Rundfunk

»Wenn die „Kulturgeschichte der Vulva“ nicht nur auf ein müdes Lächeln stößt, sonder wirklich gelesen und verstanden wird – und das von Frauen UND Männern. Dann ist die „Phallokratie des Patriarchats“ endlich an ihre Grenzen gestoßen; dann fällt endlich auch die letzte und vielleicht schwerste Bastion männlichen Denkens: die Ignoranz. Die Ignoranz gegenüber dem weiblichen Geschlecht, die Unkenntnis und die fehlende Wahrnehmung der in unserer abendländischen Kultur verwurzelten Unterdrückung weiblicher Symbolik und Kraft, ja der Unterdrückung des Weiblichen schlechthin. So betrachtet kann die „Kulturgeschichte der Vulva“ von Mithu M. Sanyal ein weiterer wichtiger Baustein zur Umgestaltung unserer Gesellschaft werden auf dem Weg in eine diskursfreudige, offene Gesellschaft unter dem Zeichen des Gender Mainstreamings.«
Kulturbuchtipps.de

»Eine wahrhaft unerhörte Geschichte, beeindruckend mit unterhaltsamer Leichtigkeit und großem Engagement geschrieben. Dieses Buch sollte Pflichtlektüre in jeder Schule werden! Ein sehr schön gestaltetes, wirkliches Lesevergnügen, das sich keiner entgehen lassen sollte.«
Kulturette Leselust

»Die Düsseldorfer Autorin Mithu M. Sanyal erzählt in ihrem Buch die kuriose Kulturgeschichte der Vulva – spannend und lustvoll.«
WDR, TV

»“Da unten“ oder „zwischen den Beinen“ liegt noch immer hoch im Kurs, um dem weiblichen Genital einen Namen zu geben. Kürzer, präziser und klangschöner ist doch dieses Wort: Vulva. (…) Spannend, detailgenau und leicht geschrieben, aufgelockert durch Abbildungen, lädt Sanyal zu einer Entdeckungsreise vom Sofa aus ein. Durch verschiedene Epochen und Kontinente bietet die abendländische Kulturgeschichte „Vulva – Die Enthüllung des unsichtbaren Geschlechts“ eine Materialfülle an, die sich in Anekdoten und Geschichten an einander reiht und noch einmal den Blick auf das weibliche Genital verrückt.«
aviva-berlin.de

»Sie fand es frappierend, dass viele Frauen selbst nicht so genau wissen, was sie zwischen den Beinen haben. Ihre jetzt als populäres Sachbuch erschienene Dissertation widmete die Journalistin deshalb einem kulturgeschichtlich völlig unterbelichteten Thema: der Vulva.«
Missy

»Sanyal verbindet in „Vulva“ kenntnisreich und mit leichter Hand Geschichte, Mythos, Popkultur und Zeitgeschehen und räumt mit so manchen Vorurteilen auf.«
Satt.org

»In ihrem Buch „Vulva – Die Enthüllung des unsichtbaren Geschlechts“ leistet sie ein Stück Pionierarbeit und schlägt den Bogen von der Mythologie bis in die Gegenwart.«
WDR 3 Resonanzen

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