„Mein Name ist Kohn, Ruth Kohn, wer mich bittet, mich zu entspannen, tut dies auf eigene Gefahr!“

Am 22.11.12 ist es soweit: der zweite Ruth Kohn Krimi läuft auf 1live, und wem das noch nicht genug Synchronizitäten sind, der sollte dringend zuhören, wenn Ruth den Manna Mörder verfolgt, weiߟe Frauen in Burgruinen sieht und sich mit Vampiren herumschlägt … oh und das Schlimmste von allem, sich verliebt!

Als die Gräfin D von einem Mann aus dem Jenseits erschossen wird, ist das ein Fall für Ruth Kohn.

hier geht’s zum stream

bluewed11_wbMein neues Hörspiel ist noch kostenlos als download zu hören!
(Einfach auf den orangen link unten klicken und dann die WDR Seite runterscrollen bis zu dem link:
Das Hörspiel als Download
nochmal klicken und genießen)

loveartlab rules!
Ein Hörspiel über und mit Annie Sprinkle und Elizabeth Stephens

Kann Liebe Kunstsein? Was ist das Hochzeitsprojekt? Welche Farbe haben Darth Vaders Chakren?

Autorin: Mithu Sanyal

Regie und Musik: Ulrich Bassenge

am 6.4.2010 auf WDR 1live, 23:00 Uhr
Wiederholung 3.5.2010 auf WDR 3, 23:00 Uhr

Viel Spaß beim Hören! 

Mehr über Annie Sprinkle, Elizabeth Stephens und ihr LoveArtLab

 

#RuthhatMut
#RuthhatWut
#RuthtrinkBlut
Im neuen Ruth Kohn Krimi geht es um Gott und die Welt, im wahrsten Sinne des Wortes. Bei den Abrissarbeiten des Tausendfüßlers in Düsseldorf werden Knochen gefunden, die aber nicht von 1961 stammen, als die Hochstraße gebaut wurde, sondern eber 1961 Jahre alt sind. Flugs beschließen eine Reihe undurchsichtiger Gestalten, dass es sich dabei um die Knochen von Jesus handeln muss, während andere eher davon ausgehen, dass Peter, Ruths Partner, der Messias ist. Soweit alles klar? Das ist gut, denn von jetzt an wird alles noch viel absurder. Trotzdem gibt es eine echte Krimihandlung mit echter Auflösung, plus eine Metalösung und eine Handvoll blütenreiner Verschwürungstheorien.

„Vulva“: Feuchtgebiete goes Wissenschaft

2008 sorgte das Buch „Feuchtgebiete“ für Furore. Charlotte Roche hat darin ihre Körperöffnungen und – flüssigkeiten beschrieben. Dass man sich mit der Sexualität der Frau auch anders auseinandersetzen kann, beweist Mithu Sanyal in dem Buch „Vulva“. Sie erzählt die Geschichte der Weiblichkeit, die oft eine schamhaft verborgene war. Bettina Baltschev traf die Autorin.

Florian Borchmeyer, ZDF Aspekte, 13.2.2009

Das öffentliche Entblößen der Vulva war einst ein beliebtes Fruchtbarkeitsritual. Heute gilt es als obszöner Akt. Denn eine unverhüllte Vulva ist bei uns ein Tabu, ein Fall für den Jugendschutz. Zu einem neuen Blick lädt uns nun Mithu Sanyal ein. Sie hat in einem bahnbrechenden Buch erforscht, wie das weibliche Geschlechtsorgan in der westlichen Welt systematisch unsichtbar gemacht wurde. Obwohl es doch eigentlich viel zu sehen gibt.

In der europäischen Kunstgeschichte ist die Vulva ein Phantom. Männer haben einen Penis, Frauen – eine Leerstelle zwischen den Beinen. „Das da unten“ hat noch nicht einmal einen richtigen Namen. „Das weibliche Geschlecht existiert nicht“, weiß Mithu Sanyal. „Es ist die Abwesenheit. Es ist nur ein Loch. Und unsichtbar ist es tatsächlich in der Sprache. Wenn wir über Vulva reden, benutzen wir nicht das Wort Vulva, sondern wir sagen immer Vagina. Und Vagina ist einfach lateinisch für Scheide. Denn es ist dafür gut, dass der Mann da sein Schwert reinstecken kann. Damit ist das komplette sichtbare weibliche Genital unsichtbar geworden. Die Vagina ist tatsächlich nur eine Körperöffnung – also der Schleimhautschlauch, der das äußere mit dem inneren Genital verbindet.“

Wo es nur ein Loch für den Penis des Mannes gibt, gibt es auch kein eigenes Begehren, keinen Willen, keine Kreativität. Die Frau ist passiv, der Aktivität des Mannes ausgeliefert. Ein Denkmuster, das viele Frauen widerspruchslos hinnehmen. Sie haben noch nicht einmal eine genaue Vorstellung von ihrem eigenen Geschlechtsteil. „Kleine Jungs lernen, dass sie auf ihren Penis stolz sein können“, sagt Mithu Sanyal, „und Mädchen lernen, dass sie ‚das da‘ sauber zu halten haben. …

Nicht weggucken, sondern die Vulva neu entdecken und sichtbar machen – dazu möchte Mithu Sanyal animieren. Möglich ist das nicht allein im Internet oder durch das Werk feministischer Künstlerinnen, die offensiv die Vulva zum Gegenstand ihrer Arbeit machen. Vielmehr ist das Enthüllen des weiblichen Genitales ein lebensspendender Akt, der sämtliche Kulturkreise verbindet. Er findet sich in gotischen Kathedralen, griechischen und nordischen Mythen, hinduistischen Götterlegenden, weiß Mithu Sanyal. „In den ganzen Mythologien hat die Vulva die Welt gerettet. Man konnte Löwen damit verjagen – und den Teufel. Und das Gras zum Wachsen bringen. Erst im Laufe der Jahre wurde die Vulva dämonisiert. Da wurde dann gesagt: Das ist das Tor zur Hölle.“

Ein Monster mit Zähnen, das mordet und Männer kastriert: So wird die Vulva seit dem Sieg der monotheistischen Religionen diffamiert. Doch der heidnische Vulva-Kult lebt fort. Der moderne Striptease geht auf religiöse Schleiertänze zurück, die die Götter gnädig stimmen sollten. Und selbst der patriarchalische Islam feiert heimlich den Vulva-Kult. Die Pilgerstätte in Mekka war vor Mohammed ein matriarchalischer Vulva-Tempel.

Das Verblüffendste für Mithu Sanyal war der schwarze „Meteorit“ in der Kaaba in Mekka. „Den wollen alle Pilger berühren, küssen als Ziel ihrer Pilgerfahrt nach Mekka. Dieser schwarze Meteorit ist von einem silbernen Band umkränzt. Und das bildet die Vulva nach. Man sieht das auch sofort ganz deutlich. Tatsächlich ist auch die Kaaba in Mekka ursprünglich in vor-islamischer Zeit das Heiligtum der Göttin Al-Lat, aus der dann später Allah wurde.“

Allah ist eine Frau, und ihre Vulva ist groß. Doch auch die Christen feiern heimlich die Vulva: Das Herz Marias, durchbohrt von phallischen Schwertern, ist nichts anderes als ein heidnisches Vulva-Symbol. Seine Fortsetzung findet es auch in den Gummi-Muschis heutiger Sexshops. Trotz allem bietet Mithu Sanyals Buch keine Fläche für schlüpfrige Männerfantasien. Es ein mutiges Aufklärungswerk – nicht nur für Frauen, meint Mithu Sanyal. „Ich glaube, dass das ein durchaus sehr interessantes Buch für Männer ist. Ich weiß ja, dass die meisten Männer, die ich kenne, schon sehr für die Vulva interessieren und gerne mehr darüber wissen wollen würden.“

Unerwartete Einblicke gewährt Mithu Sanyal damit jeder Art von Lesern. Aus der Perspektive der Vulva schreibt sie die Kulturgeschichte des Abendlandes neu. Und ermöglicht so zugleich eine neue Sicht auf den Ursprung der Welt